
Weiterbildungsangebote als Corporate Benefit
Das Wichtigste in Kürze
- Weiterbildungsangebote als Corporate Benefit stärken die Bindung der Mitarbeiter und fördern deren berufliche Entwicklung.
- Arbeitgeber profitieren von gesteigerter Motivation und verbesserten Qualifikationen im Team.
- Durch gezielte Weiterbildungsmaßnahmen können Betriebe langfristig ihre Wettbewerbsfähigkeit
- Zu den gängigen Weiterbildungsangeboten gehören unter anderem Schulungen, online-basierte Weiterbildungsformate oder akademische Programme.
Haben Arbeitnehmer einen gesetzlichen Anspruch auf Weiterbildung?
Arbeitnehmer haben keinen gesetzlichen Anspruch auf Weiterbildungen. Ein Recht auf Weiterbildung kann sich gelegentlich nur durch einen Tarifvertrag, eine Betriebsvereinbarung oder individuelle Arbeitsverträge ergeben. Nur unter solchen Voraussetzungen sind Arbeitgeber an diese Regelungen gebunden und müssen entsprechende Maßnahmen ermöglichen.
Trotz der fehlenden gesetzlichen Grundlage kann es für einen Arbeitgeber aus verschiedenen Gründen vorteilhaft sein, seinen Mitarbeitern Schulungen und Weiterbildungen als Corporate Benefit anzubieten. In einer sich ständig wandelnden Welt ist es für Arbeitnehmer unerlässlich, kontinuierlich neues Wissen zu erwerben und bestehende Fähigkeiten auszubauen. Dies können Arbeitgeber etwa durch die Anpassung an technische Entwicklungen oder durch die Förderung der persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung der Mitarbeiter gewährleisten.
Zahlen zur Weiterbildung im Unternehmen
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes haben im Jahr 2020 rund 77 Prozent der Arbeitgeber in Deutschland ihren Mitarbeitern Weiterbildungsmaßnahmen zur Qualifizierung angeboten. Nach Angaben der Datenbehörde nutzten 2020 63 Prozent der Arbeitgeber traditionelle Weiterbildungsformate wie Lehrgänge, Kurse und Seminare. Zusätzlich setzten 73 Prozent der Unternehmen auch alternative Methoden der betrieblichen Weiterbildung ein, wie beispielsweise Informationsveranstaltungen, Job-Rotation und selbstgesteuertes Lernen. (Quelle)
Weiterbildungsangebote sind besonders bei jungen Arbeitnehmern beliebt. Im Jahr 2022 nahm jeder fünfte (18 Prozent) Arbeitnehmer zwischen 25 und 34 Jahren eine Weiterbildungsmaßnahme in Anspruch. Bei den 35- bis 44-Jährigen waren es im Vergleich nur sieben Prozent. Mit steigendem Alter sank in diesem Jahr die Teilnahmequote auf fünf Prozent bei den 45- bis 54-Jährigen und auf drei Prozent bei den 55- bis 64-Jährigen. (Quelle)
Welche Arten der Weiterbildung gibt es?
Zwischen den Begriffen „Weiterbildung“ und „Fortbildung“ bestehen kleine Unterschiede. Während sich Arbeitnehmer bei einer Fortbildung tiefgehender in eine bestehende Tätigkeit einarbeiten oder sich auf einen Teilbereich spezialisieren, muss die Weiterbildung nicht in einem unmittelbaren Bezug zum Beruf stehen. So fallen auch Umschulungen, die der Neuorientierung dienen, unter den Begriff der „Weiterbildung“. Zu den gängigen Weiterbildungsmaßnahmen gehören:
Schulungen und Seminare
Fachliche und praxisorientierte Lehrgänge, Kurse oder Workshops, die Arbeitnehmer sowohl innerhalb des Unternehmens als auch bei externen Anbietern besuchen können.
E-Learning
Online-basierte Weiterbildungsformate, über die Mitarbeiter flexibel und eigenständig lernen können.
Job Rotation
Job Rotation ist eine Methode der betrieblichen Weiterbildung, bei der Mitarbeiter zum Ausbau der Fähigkeiten regelmäßig zwischen verschiedenen Arbeitsplätzen oder Aufgaben innerhalb des Unternehmens wechseln.
Informationsveranstaltungen und Fachvorträge
Für die Vermittlung neuer Themen oder Entwicklungen in einem bestimmten Bereich
Coaching und Mentoring
Individuelle Unterstützung und Beratung zur Förderung persönlicher und beruflicher Kompetenz
Fachliche Weiterbildung
Vertiefende Schulungen zu speziellen Themenbereichen zur Erweiterung der Expertise der Mitarbeiter im jeweiligen Berufsfeld
Soft Skills-Training
Programme, die kommunikative, organisatorische oder soziale Fähigkeiten fördern, z.B. Teamarbeit, Konfliktlösung oder Führungskompetenzen
Studiengänge und akademische Programme
Unterstützung für Mitarbeiter, die ein Studium oder eine akademische Weiterbildung anstreben, z.B. berufsbegleitende Master- oder Bachelorprogramme
Vorteile von Weiterbildungsangeboten als Corporate Benefit
- Von dem neu angelernten Fachwissen profitieren sowohl der Arbeitnehmer als auch der Arbeitgeber.
- Mit Weiterbildungsangeboten können Arbeitgeber auf den Wandel der klassischen Berufsfelder und Marktplätze reagieren.
- Durch geschultes Personal bleibt das Unternehmen konkurrenzfähig.
- Corporate Benefits wie Weiterbildungsmaßnahmen stärken die Mitarbeiterbindung und senken zeitgleich die Fluktuationsrate.
- Arbeitgeber stärken mit Weiterbildungsangeboten die Mitarbeiterentwicklung und -motivation.
- Ein gut ausgebildetes Weiterbildungsnetz kann zu einem Vorteil im „War for Talents“ führen.
- Qualifiziertes Personal trägt zur Steigerung der Kundenzufriedenheit bei.
- Arbeitnehmer haben durch Weiterbildungen die Möglichkeit, ihr eigenes Profil auszubauen und neue Aufgabenbereiche anzunehmen.